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Geschrieben von Nynke van Terselen am 14 Aug 2014 um 09:57:

Sie kann schon...aber kann ich? Augen rollen

Auch diese Arbeit werde ich wohl weitergeben. Und vllt ein paar mit Hand nähen. Danke für den Link. Sieht sehr gut aus.


Geschrieben von Fjalladis am 14 Aug 2014 um 16:59:

Zitat:
Original von Nynke van Terselen
Als nahezu unschätzbar wertvoller Helfer erwies sich dabei mein Freund, der ein wenig nähen konnte, sich inzwischen aber so gut mit der Nähmaschine verträgt (ok, ist ja auch seine), dass ich die komplette Maschinenarbeit auf ihn abgewälzt habe. Aber das ist ja auch nur zu fair, schließlich geht es hier um SEINE Klamotten.


Ist doch schön, wenn man ein gemeinsames Projekt auch gemeinsam näht und sich die Männerwelt nicht nur bedienen lässt! Macht weiter so.

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Geschrieben von Nynke van Terselen am 28 Aug 2014 um 17:54:

Jetzt mal ne blöde Frage: hab das Kleid heute endlich mal hintenrum verstabt. Nun steht aber der Nacken im hinteren Bereich ab. Wie kann ich das ändern?


Geschrieben von blauerose am 28 Aug 2014 um 19:00:

ich denke mal, dann ist der Ausschnitt zu weit. Fotos?


Geschrieben von Nynke van Terselen am 28 Aug 2014 um 19:18:

Ich probiere es morgen nochmal mit Schnürbrust, vllt sieht es dann schon anders aus. Wenn nicht, dann Fotos.


Geschrieben von Nynke van Terselen am 30 Aug 2014 um 14:33:

Update: "Robe à la Suédoise"

Das Kleid wurde in Windeseile fertiggenäht (ja, mit Hand...bis die Finger bluteten), um dann in Weimar ausgeführt zu werden. Da ich wirklich Tag und Nacht an diesem und weiteren Kleidungsstücken nähte, kam ich leider nicht dazu, weitere Entstehungsfotos zu machen. Um das nachzuholen, fotografierte ich Details des fertigen Kleides, die hoffentlich die WIP-Fotos ersetzen.


Der letzte Stand war, dass ich die Ärmel einnähen musste. Dabei richtete ich mich nach dem tollen Tutorial von Katherine.

Allerdings lässt sie unerwähnt, was mit der Nahtzugabe der Ärmelkugel und des Armlochs geschehen soll. Möglicherweise wurden diese einfach lose gelassen. Jedoch war das für mein Kleid nicht die beste Option, da ich das Armloch und die Ärmel etwas zu eng unter der Achsel konstruiert hatte und vermeiden wollte, dass da noch mehr Stoffmasse unterm Arm drückt. Daher vernähte ich Oberstoff und Futter des Ärmels mit dem Oberstoff des Armlochs, schlug die Nahtzugaben Richtung Oberteil, klappte die Nahtzugabe des Armloch-Futters dagegen und nähte diesen mit überwendlichem Stich fest. Das hat sich hervorragend gemacht und der Ärmel war dadurch nicht ganz so eng.
Gibt es dazu noch eine bessere, bzw. korrekte Variante?








Zur Versteifung des Oberteils nähte ich neben die Rückennaht sowie neben die hinteren Seitennähte Tunnel - allerdings nur durch Futter und die eingeschlagene Nahtzugabe des Futters, so dass sich die Tunnel von außen nicht sichtbar sind.
Ist das eigentlich sinnvoll?






Ebenso von außen unsichtbar nähte ich einen Tunnel für zwei Zugbänder, die von den hinteren Seitennaht zur vorderen Ausschnittkante verlaufen sollten. Dabei musste ich extrem aufpassen, das Band nicht anzunähen. Ich konnte es ja nicht einfädeln, da es an der hinteren Seitennaht im Tunnel befestigt wurde. (Zur Erklärung: ich wollte den hinteren Ausschnitt nicht mitraffen, wenn ich das Band vorn zuziehe.)



Hier sieht man auch, dass ich mich für Haken und Ösen als Frontverschluss entschied. Die Tunnel an der vorderen Ausschnittkante musste ich allerdings durch den Oberstoff nähen, da die Ösen durch den Zug des Oberstoffs immer zu sehen gewesen wären.


Anschließend wurde der untere Rock beendet. Ich hatte in weiser Voraussicht schon den Saum genäht und die ganzen Stückelteile, aus denen er besteht, zusammengefügt. Nun mussten Vorder- und Rückenbereich noch auf je ein Band gefaltet und daran befestigt werden.




In völliger Panik und Hektik setzte ich noch den anderen Rockteil ans Oberteil. Dabei gestalteten sich einige Dinge recht kompliziert.
Zum Einen war es möglicherweise Augen rollen etwas zu viel Stoff, den ich da falten wollte (4,50 m! Ist das normal?), zum Anderen wusste ich zwar die Länge, die der Rock von der Taille ab haben sollte, allerdings musste der Rockteil ja zur rückwärtigen Spitze hin an den Rändern des Oberteils entlang gelegt werden. Das bedeutete, dass ich schauen musste, wie viel kürzer der Rockteil nach hinten hin wurde, bzw. wie viel vom oberen Rockrand ich nach innen einschlagen musste. Augen rollen
Gibt es da einen Trick?


Letztlich hatte ich alles in Falten gelegt und auf das Futter genäht. Anschließend klappte ich den Oberstoff darüber und nähte ihn mit überwendlichem Stich von außen auf die Falten. Das ging ziemlich flott.

Jetzt muss ich noch die Falten von innen noch ein wenig unterhalb der Naht miteinander verbinden, damit sie nicht zu früh aufspringen und mir etwas für den abstehenden Nacken ausdenken. Ideen?
Und für die nächste Anglaise brauche ich eine bessere Idee für die Faltenlegung direkt an der hinteren Spitze. Das ist mir hier nicht gut gelungen.

Ansonsten soweit fertig, tragbar und an den Armlöchern bequem, solange man ordentlich die Schultern zurücknimmt. Das übt! Augenzwinkern






Geschrieben von Yolanthe am 31 Aug 2014 um 09:32:

Das sieht wirlich toll aus.
Sehr schön gemacht und sehr sauber gearbeitet.

Der Stoff ist einfach klasse. Wo hast du denn her?

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Songs that the Hyades shall sing,
where flap the tatters of the King.
Must die unheard
in dim Carcosa



Geschrieben von Korania am 31 Aug 2014 um 13:47:

Einfach wundervoll. Die ganzen Nähte sind top und auch innen sieht es echt super aus! Ja


Geschrieben von emma am 31 Aug 2014 um 14:48:

Klasse geworden smile Ja

LG emma

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Ein paar schöne Pläne geben allen Gedanken an die Zukunft Glanz, (Skylaird)


Geschrieben von Mme. du Jard am 31 Aug 2014 um 16:28:

Ja, das ist wirklich schön geworden smile

Die Nahtzugaben hat man tatsächlich einfach unversäubert hängen lassen.

In manchen Kleidern (z.b. in einem aus den frühen 1790ern was ich mal angrabschen durfte) waren die Nahtzugaben mit überwendlichem Stich umstochen.
Eher die Ausnahme war ein Jäckchen (irgendwann 1760er-80er) bei dem die Nahtzugaben so sauber verarbeitet waren wie bei deinem Kleid.

Die Conclusio kann also sein - es gab eigentlich alles Augenzwinkern (nur war das Nichtversäubern wohl das verbreitetste)

______________________________________________________
Since Laws were made for ev'ry Degree,
To curb Vice in others, as well as me,
I wonder we han't better Company,
Upon Tyburn Tree!

(The beggar's opera - Pepusch/Gay)


Geschrieben von Jahiko am 31 Aug 2014 um 18:38:

Meine Güte! So sauber verarbeitet! Wirklich schön! Ja
Die Mühe hat sich echt gelohnt.


Geschrieben von Lucrezia am 31 Aug 2014 um 18:50:

Ein wirklich tolles Kleid! Sieht superschön aus, ich liebe diese Falten ^_^
Den Ikea-Stoff habe ich hier auch noch rumliegen, jetzt hab ich ja fast Lust bekommen, den auch mal zu vernähen großes Grinsen

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Wenn wir träumen, betreten wir eine Welt, die ganz und gar uns gehört.


Geschrieben von Nynke van Terselen am 06 Sep 2014 um 20:43:

Wie Lucrezia schon erwähnt hat, handelt es sich beim Stoff um eine Ikea-Bettwäsche, die allerdings gerade aus dem Programm genommen wurde. Eigentlich gefiel sie mir nicht sonderlich und mir ist klar, dass sie nur auf zig Meter Entfernung einigermaßen glaubwürdig als Indienne rüberkommt. Ich habe sie genommen und zu einem Kleid verarbeitet, weil ich damit mal testen wollte, wie man eine Robe à l'Anlaise mit historischen Nähtechniken per Hand anfertigen kann. Das hat dann auch viel Spaß gemacht. (Und ich habe beim Schneiden des Stoffes nur wenig Panik gekriegt Augenzwinkern)

Wenn die meisten aller anderen Kleider aus dem betrachteten Zeitraum also lose Kanten innen hatten, werde ich das wohl beim nächsten Projekt dieser Art auch so halten. Allerdings musste ich es hier innen wirklich gut versäubern, da der Stoff unglaublich franst, da er so lose gewebt ist. (Wie weiter vorn im WIP angemerkt, musste ich auch die Rocknähte als französische Nähte anlegen, da der Stoff schnell Fäden verliert und mir dann womöglich der Rock hinten aufgegangen wäre Echt? Andererseits müsste man vllt nur genügend Nahtzugabe einplanen...)



So und weil alles so schön war und fast glatt gegangen ist, hier ein kleines Update:

da es in Weimar doch ziemliches Sauwetter war, wurden die Säume der Röcke auch immer hübsch gerade so über die Gehwegplatten und den Parkweg gezogen. Nur ein bisschen, aber es hat gerecht, dass die Säume etwa 0.5 cm schmutzig waren. Da das an einem weißen Kleid vllt etwas unpassend wirken könnte, habe ich die Säume vorsichtig gewaschen. Der Dreck ging gut raus...und die Restfarbe ebenso Heul Soll heißen, dass der untere Saum auf einer Höhe von 20cm jetzt weißer ist als das restliche Weiß des angeblich weißen Kleides. Wie bescheuert ist das denn. Blöde optische Aufheller. Blöder nicht-ganz-weißer Stoff. Überlege, das Kleid über Bord zu werfen oder nochmal komplett in die Brühe zu tunken, damit es dann komplett strahle-blend-blitzsauber-weiß wird. Aerger


Geschrieben von LeNotre am 30 Sep 2014 um 18:53:

Zitat:
Original von Nynke van Terselen

Überlege, das Kleid über Bord zu werfen oder nochmal komplett in die Brühe zu tunken, damit es dann komplett strahle-blend-blitzsauber-weiß wird. Aerger


Was ist denn aus dem wunderschönen Kleid geworden?
Leider hab ich Bilder grade erst entdeckt und bin auch ganz platt wie sauber und akurat du genäht hast (wenn ich da in meine Arbeiten so gucke... *schäm*)
Ich hoffe es lebt noch??


Geschrieben von Nynke van Terselen am 30 Sep 2014 um 19:37:

Freut mich, dass du fragst Ja
Ich habe es in einem Anfall von gesundem Menschenverstand einfach so gelassen. Bei näherer Betrachtung und anderen Lichtverhältnissen (leicht bewölkt, etwas Sonne, Tageslicht) habe ich entschieden, dass die Bleichung gar nicht so auffällt und ich den Rock einfach in den Schrank hänge. Die Robe hängt aber noch in der Nähecke, da ich jetzt, wo ich an neuen Schnürbrüsten bastele, schauen muss, ob sie dann noch schließt oder ich einen neuen Verschluss nähen muss.

So weit bin ich mit meinem Erstlingswerk zufrieden. Ich stürze mich jetzt lieber auf die nächsten Projekte und lasse mein Testkleid das sein, als was es gedacht war: eine Übung. Augenzwinkern


Geschrieben von Nynke van Terselen am 30 Sep 2014 um 19:38:

Zitat:
Original von LeNotre

Leider hab ich Bilder grade erst entdeckt und bin auch ganz platt wie sauber und akurat du genäht hast (wenn ich da in meine Arbeiten so gucke... *schäm*)


Im Gegenteil...ich frage mich, wieso ich mir die Mühe gemacht habe :-) Ok, ich wollte diese ganzen historischen Nähtechniken ausprobieren, aber letztlich war es teilweise vllt zu fein genäht. Das muss eigentlich gar nicht sein.


Geschrieben von Kahori am 03 Nov 2014 um 21:49:

*reingeschlichen komm*

So... dann beginne ich auch einmal mit meinem ersten WIP. Kleine Warnung vorneweg: Ich habe nicht ganz so oft Zeit zum Nähen. Aber wenn ich mir diese Zeit nehme, mache ich immer recht viel in einem Ruck. Entsprechend wird es auch nicht sooo viele Bilder zu Zwischenständen geben (was der Hauptgrund ist, weshalb all meine WIPs nach Möglichkeit in die Gemeinschaftsthreads kommen werden).

Also, worum geht es jetzt konkret? Um eine Robe Allemande, basierend auf einem Gemälde von Prinzessin Wilhelmine von Preußen, später verheiratete Markgräfin von Bayreuth:

http://www.br.de/franken/inhalt/frankenkult-ur/wilhelmine106~_v-image360h_-ec2d8b4e42b653689c14a85ba776647dd3c70c56.jpg%3Fversion%3D57b3a

Wenn die Zeit es zulässt, will ich damit zu Silvester eine Freundin überraschen, die ein großer Fan von Friedrich II. ist.

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Derzeit sitze ich an einem Schnittmuster für die Chemise. Da habe ich mich nach langem Überlegen für den guten alten IKEA-Bomull entschieden. Ursprünglich hatte ich einen wunderbar weichen weißen Stoff aus meinen Vorräten dafür im Blick gehabt, aber der besteht größtenteils als Poly und Korania hat mich inzwischen so weit, dass das mein Gewissen nur schwer mitmacht. Deshalb also der naturbelassene Bomull. Und außerdem ist er sehr erschwinglich, sodass es nicht ganz so weh tut, sollte ich ihn in Zukunft mal zugunsten einer "richtigen" Chemise aus teurerem Stoff austauschen.

Dafür werden aus einem Teilrest des Polystoffs die Hüftkissen gemacht werden. Als Vorlage möchte ich die Hüftkissen nehmen, die meine Mutter vorletztes Jahr für die Aschenputtel-Kleider unserer Theatergruppe genäht hat. Die sind zwar nicht 100% historisch korrekt, geben aber zufällig genau die Rockform, die ich gerne haben möchte.

Also... dann wollen wir mal!


Geschrieben von Licorne am 03 Nov 2014 um 22:13:

na das klingt doch nach einem Plan! Ja
Soll das Kleid dann für deine Freundin werden oder für dich?

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Done is better than perfect


Geschrieben von Kahori am 03 Nov 2014 um 22:31:

Zitat:
Original von Licorne
na das klingt doch nach einem Plan! Ja
Soll das Kleid dann für deine Freundin werden oder für dich?


Danke!

Das Kleid ist dann für mich. Meine Freundin kostümiert sich immer wundervoll als Friedrich und ich hatte ihr versprochen, irgendwann mal mit ihr gemeinsam Fotos zu machen. Aber wirklich nur: Irgendwann. Sie hat keine Ahnung, dass ich Silvester plötzlich als Wilhelmine vor ihrer Tür stehen werde Augenzwinkern


Geschrieben von stierchen am 03 Nov 2014 um 22:34:

Ein schönes Projekt!
Aber kann mich jemand aufklären, was die besonderen Merkmale der Robe Allemande sind? Die Ärmel sehen etwas anders aus als bei den französischen, aber gibt es noch andere Dinge, woran man die Allemande erkennt?

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