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Tarot Tarot ist weiblich
Grünschnabel


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Elis (Nr 5) Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Ich bin schon sehr lange interessiert an Trakl, deswegen hab ich mir das Album auch sofort gekauft, als ich davon erfuhr. Allerdings hab ich die Erfahrung gemacht, das kaum jemand meine Leidenschaft teilt, warum auch immer. Vielleicht wird er in der Schule einfach tot diskutiert. Und noch ein Chiffre und noch ne Anapher, das nervt.
Wobei ich zugeben muss, dass sich für Chriffren grade Trakl eben eignet.

Nun gut, sei's wie's sei. Trakl war für mich schon vorher eine Offenbahrung. Ich find, die Stimmung der Gedichte wurde in den meisten Stücken genial rübergebracht. Grad den Elis-Zyklys Trakls mag ich sehr, hab ich auch sehr über Nr. 5 auf der CD gefreut.


Nur kurz, damit mir alle folgen können, die das wollen:
Elis ist eine Figur aus E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Die Bergwerke zu Falun", beruht aber angeblich auf wahren Geschehnissen. Elis Fröbom steigt als junger Mann am Tag seiner Hochzeit ins Bergwerk, stürzt ab, die Leiche bleibt in einer konservierenden Schicht liegen. 50 Jahre später wird der Leichnam geborgen und seine damalige Braut, jetzt eine uralte Frau, steht ihrem junggebliebenen, aber toten Bräutgam gegenüber. Sie umarmt ihn dann und stirbt ebenfalls.
Das ganze hat auch noch eine Vorgeschichte, die jetzt aber nichts zur Sache tut. Trakl hielt die Erzählung für komplett wahr und war von der "ewigen Schönheit des Todes" fasziniert.

Insofern ist der Elis auf der CD gut umgesetzt. Die Musik ist anfangs so schwer und drückend, wie eben auch Elis sich Gedanken macht. In der 3. Strophe (Zeilen "du aber gehst...schöner im Blau") wird die Musik so viel leichter, Elis steigt tatsächlich gegen alle Warnung ins Bergwerk und sieht die ganzen Kristalle ("Nacht [...] die voller purpurner Trauben hängt"). Das macht ihn glücklich. Sterben muss er trotzdem nicht auf, findet den Tod aber nicht schlimm ("sanftes Tier").
Genial.
Ein bisschen komisch find ich die Umsetzung des letzen Verses "Das letzte Gold verfallender Sterne". Für mich war das immer so ein ganz zentraler Satz. Ich denke, Trakl wollte damit ausdrücken, dass dieses einzelne Menschenleben doch vollkommen egal ist in der großen weiten Welt. Ein einzelner Stern, wenn er vergeht, interessiert doch keinen (naja, vielleicht ein paar Astronomen, sonst keinen), ein einzelnes Leben meist auch nicht, wenns nicht grad ein Star war.

Ist der Gedanke hinter dem Verhallen in dem Stück eine Art Nachruf?

Mag sonst noch jemand Trakl so wie ich?

Ich hoffe, ich hab jetzt keine Deutsch-Stunde betrieben, das war nicht meine Absicht.

22 Dec, 2012 11:09 37 Tarot ist offline Email an Tarot senden Beiträge von Tarot suchen Nehmen Sie Tarot in Ihre Freundesliste auf
Der Trauerweider Der Trauerweider ist männlich
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Dabei seit: 07 Nov, 2009
Beiträge: 129

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Hallo Tarot,

ich bin auch ein Trakl-Liebhaber, wenn auch erst seit der EwiG-Platte, dafür aber richtig nun... smile

Allerdings bin ich doch etwas verschiedener Meinung als Du, wobei ich zugeben muss, dass die Elis-Gedichte auch mir mit am besten gefallen. Die Geschichte ist in der Tat bekannt, und war für einen Dichter wie Trakl bestimmt äußerst passend und aufregend.
Was mich jedoch etwas stört sind diese ewigen Interpretationen und inhaltslosen "Was will uns der Künstler damit sagen" Geschichten... D.h. ich bin kein Freund von Gedichtinterpretationen, weder inhaltlich noch förmlich. Ich lese ein Gedicht und die Bilder entstehen spontan in meinem Kopf, das reicht mir und ich muss es nicht weiter ergründen, da ich finde, dass das der Sinn der Gedichte ist.

Ich schreibe auch selber gerne und habe von einigen schon zu hören bekommen, dass ich mir dabei wohl dies und jenes gedacht habe, was aber überhaupt nicht stimmt, insofern spricht man Dichtern und Gedichten oft mehr zu, als eigentlich drin steckt.
Ich mache mir keine Gedanken darüber, was mit "purpurnen Trauben" und "sanften Tieren" gemeint ist, und will es gar nicht wissen. Ich nehme es so hin und sehe das Gedicht wie ein Zuschauer.
In gleicher Weise bin ich auch gegen politische Gedichte und anderen Missbrauch der Kunst, da sie, wie Oscar Wilde sagt, auch meiner Meinung nach keinen Sinn machen darf, aber das ginge jetzt zu weit...

Leider kann ich dir daher zum letzten Vers nicht viel sagen, jedoch finde ich ihn musikalisch sehr passend.

Ich hoffe Du fühlst dich jetzt nicht angegriffen, das war nicht meine Absicht. Vielmehr finde ich es schön, auch einen Gleichgesinnten hier zu haben smile

_______________
Grüße an die Trauergemeinde!

07 Jan, 2013 12:31 14 Der Trauerweider ist offline Email an Der Trauerweider senden Beiträge von Der Trauerweider suchen Nehmen Sie Der Trauerweider in Ihre Freundesliste auf
 
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